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Otto Knöpfer

Druckgrafik im Werk von Otto Knöpfer

Ernst August Zimmermann an seinem Arbeitsplatz. Erfurt. Dez. 2007Das druckgrafische Werk von Otto Knöpfer nimmt im Vergleich zu den Zeichnungen, Aquarellen und der Malerei nur einen bescheidenen Platz ein. Dennoch soll in dieser Ausstellung darauf verwiesen werden, weil sich an seinem letzten Arbeitsplatz in der Wohnung Werkzeug und Materialien fanden, die auf diese Tätigkeit verweisen und bewahrt werden konnten. Zu anderen besteht ein Zusammenhang zur Zusammenarbeit Otto Knöpfers zu dem Erfurter Kunstdrucker Ernst August Zimmermann. Das Angebot Ernst August Zimmermanns, diese Verbindung verdeutlichen zu können, veranlaßte uns, die Zusammenarbeit des Druckers mit Otto Knöpfer in das Ausstellungskonzept aufzunehmen. Otto Knöpfer und Ernst August Zimmermann verband ein lange währendes freundschaftliches Arbeitsverhältnis.

Der Kunstdrucker hat sowohl Arbeiten des Künstlers gedruckt wie die hier ausgestellte Radierung "Molsdorf" von 19797, sondern war selbst künstlerisch tätig und brachte mit mehreren Grafiken seine Verehrung für den Maler zum Ausdruck. So entstand 1990 die "Hommage für Otto Knöpfer '90, eine kleine Farblithografie, gedruckt von 5 Steinen. Sein bedeutendstes Werk aber ist sein .Riechhelrner Rasenstück - Hommage a Otto Knöpfer" von 1993, ein aufwendiger Druck in selten großem Format in einer Kombination von Algrafie und Naturumdrucken. Das Blatt entstand in einer sehr kleinen Auflage von nur 10 Blättern, wovon jedes eine Variation darstellt. Dem Freundeskreis wurde eine dieser Varianten, die als Unikate gelten können, anlässlich der Eröffnung des Knöpferhauses am 25. Mai 2008 als Geschenk überreicht. (siehe großes Grafikblatt an der Wand/als Postkarte erwerbbar).

IIRieehheimer Rasenstüek - Hommage a Otto Knöpfer. 1993. 65 x 75,S emBeachten Sie bitte auch den bemalten Tisch aus Arnstadt, um 1750, und den eintürigen Schrank von 1811 aus Hausen (im Flur). Beide Möbelstücke stammen aus der Sammlung Ernst Stahl und wurden von Otto Knöpfer restauriert bzw. malerisch ergänzt. Die auf dem Tisch befindliche kleine Tiefdruckpresse verwendet Ernst August Zimmermann zur Vorführung des Druckprozesses. Beachten Sie bitte dazu die Informationen in der Tagespresse.

Leihgeber: Ernst August Zimmermann, Helga Stahl, Sammlung Rothe, Familie Helmboldt, Text: Dr. R. Helmboldt, 2008

Zeichnungen zum Dorfleben und zur Dorfkultur

Selbstbildnis. Rötel. Holzhausen 1929"Völlig mittellos, aber vom starken Willen beseelt, Maler zu werden, meldet sich der am 13. März 1911 in Arnstadt geborene (jedoch in diesem Haus aufgewachsene) Otto Knöpfer 1931 an der Erfurter Kunstgewerbeschule bei Professor Franz Markau zur Ausbildung. Markau hilft dem arbeitslosen Dekorationsmalergesellen, indem er ihn, sein Talent und seine Zielstrebigkeit erkennend, in seinen Abendkurs aufnimmt ... Wohl hat der Künstler von 1931 bis zu seinem Tode mit nur wenigen Unterbrechungen im Erfurter Süden gelebt, ... sich aber dennoch dem Dorf und der ländlichen Natur zeit seines Lebens verbunden gefühlt... DasThüringer Dorf (und im Besonderen Holzhausen) mit seiner Intimität, mit seiner landschaftlichen Gebundenheit, den abwechslungsreichen Strukturen, den Lebensläufen der Dörfler mit ihren engen Beziehungen zu Scholle, Hof und zu den Tieren und das Verhältnis der Generationen untereinander boten dem Jungen ausreichend Stoff für seine Entdeckungsreisen ... Die intensivste Methode, seine Umwelt zu entdecken, war für ihn schon als Kind das Zeichnen. Jeder Bauernhof, jeder stille Winkel im Stall, ein scharrendes Huhn, von der Arbeit heimkehrende Pferde, der Pfeife rauchende Nachbar oder der Löwenzahn zwischen den Pflastersteinen waren ihm wert, entdeckt zu werden ..."

Wir zeigen einen mosaikartigen Ausschnitt von Otto Knöpfers Methode, sich die Schönheiten seiner Umgebung zu erschließen und damit auch uns zugänglich und erlebbar zu machen. Was kann es Schöneres geben, als seinen Mitmenschen die Augen zu öffnen für all das, was lebens-, liebens- und verteidigenswert ist? Die kleine Ausstellung mit Handzeichnungen, die zum Teil aus seiner Jugendzeit stammen, setzt sich im oberen Geschoß in dem Raum fort, in dem Otto Knöpfer aufgewachsen ist. Die Vorlagen wurden dem Freundeskreis Otto Knöpfer e.V. freundlicherweise aus dem Nachlass Museum Schloss Molsdorf zur Verfügung gestellt. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus restauratorischen Gründen nur Kopien zeigen können.

* zitiert aus: Rüdiger Helmboldt.
Otto Knöpfer - Ein Maler der thüringischen Dorflandschaft.
In: Beiträge zur Erfurter Kunstgeschichte.
Kleine Schriften des Vereins für die Geschichte und
Altertumskunde von Erfurt. Band III Erfurt 1999.
Seiten 119-125
Text: Dr. R. Helmboldt, 2008

Möbel von Otto Knöpfer

Frühe Möbeldekoration von Otto Knöpfer für private Auftraggeber

Otto Knöpfer hat sich seit Anfang der 1930er Jahre, also unmittelbar nach seiner Lehre, durch kleine Aufträge finanziell über die Zeit seiner Arbeitslosigkeit (1930/31) und die seines Studiums an der Kunstgewerbeschule Erfurt gerettet. Für den Kohle- und Getreidehändler Küllmer aus Wandersleben gestaltete er in dessen Villa ein komplettes Jagdzimmer, bestehend aus Waffenschrank, Bänken, Tisch, Spiegel, Leuchten, Garderobe und Borde sowie vier Türen mit einer dekorativen Malerei.

In der Villa haben sich leider nur die hier abgebildeten Elemente erhalten, aber auch sie zeugen einerseits vom Bemühen des jungen Künstlers, mit einfachen dekorativen Mitteln dem Raum ein einheitliches Gepräge zu geben. Andererseits belegen sie, dass Otto Knöpfer gezwungen war, auch solche, ihn unterfordernde Aufträge anzunehmen, um etwas Geld zu verdienen. Die Möbel und die fest eingebauten Holzelemente mit dem originellen Kammzugmuster zeigen nur wenig von den Fähigkeiten Otto Knöpfers. Für die Ausführung dieser Arbeiten bedurfte es nicht unbedingt einer künstlerischen Ausbildung.

Ein zweites Beispiel findet sich in Singen, wo sich der Besitzer der Erfurter Backpulver- und Puddingfabrik ehemals Döhler, Leo Gemmer, zwischen 1933 und 1936 eine Jagdhütte bauen und einige Stücke des Inventars (Möbel und Türen) von Otto Knöpfer bemalen ließ. Ob ihm hier günstigere Bedingungen als in Wandersleben geboten wurden oder ob ihn der Auftrag mehr gereizt hat, wissen wir nicht. Ablesbar an den Details ist jedoch, dass er sich einer bloßen geometrischen Dekoration enthielt und alle Möbelstücke (4 zweitürige Schränkchen - wovon eins hier ausgestellt ist) zwei eingebaute Schränke, einen repräsentativen Aufsatzschrank und zwei Türen mit schönen pflanzlichen Elementen liebevoll bemalte. Alle Möbel sind am Ort erhalten und werden vom jetzigen Besitzer stolz den Feriengästen, für die die Hütte heute offensteht, zur schonenden Nutzung bereitgehalten.

Fotos: Hannig (1), R. Helmboldt (4) - Text: Dr. R. Helmboldt, 2008

Literatur zum Künstler

Literatur

Peter Arlt: Wanderung in der Dreigleichenlandschaft mit Otto Knöpfer, Kunstverlag Gotha, 3., weiter verbesserte Auflage 2006. ISBN 3-931182-30-4, ISBN 978-3-931182-30-4

Rüdiger Helmboldt: Otto Knöpfer – die frühen Jahre in Holzhausen, erschienen in: Zeitschrift "Stadt und Geschichte Erfurt", August 2006.

Otto Knöpfer, ein Thüringer Maler, Begleitbuch zur Ausstellung "Otto Knöpfer - Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen", Kunsthaus Apolda Avantgarde, 2.3.97 – 20.4.97, herausgegeben von Kreis Weimarer Land, Landeshauptstadt Erfurt, Textauswahl: Bärbel Reuter, Bildauswahl: Dr. Rüdiger Helmboldt, 1. Auflage März 1997

Kunstraum Thüringen, Aspekte der Malerei und Grafik im 20. Jahrhundert, Katalog, herausgegeben von Jürgen Winter und Rolf Luhn im Auftrag der Mühlhäuser Museen, Glaux Verlag, Jena 1999. ISBN 3-931743-27-6

Thüringenbilder, Künstler entdecken das Volk, Schriften des Museums für Thüringer Volkskunde 25, 2005, herausgegeben von Marina Moritz, mit Beiträgen von Peter Arlt, Jörg-Heiko Bruns, Cornelia Dörr und Herbert Schönemann.

Wissenschaftliches Kolloquium "Wege zu Otto Knöpfer", Protokollband, Arnstadt 2011, 30 Seiten, 36 meist farbige Abbildungen

 

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